Nha Trang an Dalat – nur nicht ganz dasselbe

Für mich war von Anfang an klar, nach Saigon kommt Dalat. Die Gebirgsstadt wird im Volksmund Kleinparis genannt und soll von wunderschöner Natur umgeben sein. Doch bei der Bus-Buchung hatte ich kein Glück. Am Ende landete ich in Nha Trang.

Was ist passiert? An meinem ersten Tag in Saigon hatte ich mich abends mit zwei Deutschen getroffen, die ich am Flughafen kennengelernt habe. Nach dem Essen tranken wir in der Hostelbar ein Bier, dann noch eins und noch eins. Als ich um kurz vor 1 Uhr im Bett lag und den Bus für den nächsten Tag buchen wollte, der Schock: Alle Sitzplätze waren belegt. Auch bei anderen Reiseagenturen war nichts mehr frei. Doof gelaufen!

Ich konnte unmöglich noch eine Nach in dieser bluthochdruckfördernden Stressmetropole bleiben. Deshalb schlug ich meinen schlauen Reiseführer auf (Danke Janni!) und suchte nach einer Alternative. Nha Trang ist nicht weit entfernt von Dalat und hat den längsten Strand des Landes. Sonne, Meer und ein kühles Blondes? Ab nach Nha Trang.

Straße, Fußweg, Strand – der Verkehrslärm stört etwas die Entspannung

Ein kleiner Tipp vorab: Wenn ihr kein Russisch sprecht, in eurem Asien-Trip keinen Ferienort wie Rimini oder El Arenal sucht und eher ruhige, natürliche Strände bevorzugt, dann überlegt euch gut, ob ihr nach Nha Trang fahren wollt.

Ja, der südliche Teil des Strandes ist von Russen bevölkert. Lokale, Bars, Hotels – alles ist auf diese Touristengruppe ausgelegt. Und die bleibt sehr gerne für sich. Das führt zwangsläufig dazu, dass man sich als Alleinreisender langweilt. Hinzu kommt, dass der Strand etwas schmutzig ist. Hinter der Esplanade ragen Hoteltürme in den Himmel und im Hintergrund hört man dieses kontinuierliche, penetrante Rauschen der Motorradlawinen auf der Hauptstraße.

Es gibt aber auch Sehenswertes in Nha Trang. Der Tempel Po Nagar beispielsweise. Die Anlage stammt aus dem achten Jahrhundert und wurde von den Cham erbaut. Der Besuch lohnt sich, Po Nagar ist ein eindrucksvoller Ort, der architektonisch stark an die Städte Angkor Wat (Kambodscha) oder Ayutthaya (Thailand) erinnert. Außerdem kann man sehr schön an der Strandstraße spazieren gehen – vorausgesetzt man lässt sich nicht vom Verkehrslärm stören.

Strand und Hauptstraße werden von einem schmalen Park abgetrennt, der sehr schön angelegt ist. Auf einer kleinen Insel in der Bucht von Nha Trang gibt es zudem einen Wasserpark. Wer darauf steht, kommt dort sicherlich auf seine Kosten.

An meinem letzten Tag geriet ich in eine unangenehme Situation. Um die Zeit bis zur Busabfahrt zu überbrücken spazierte ich den Strand hinunter. Ganz am südlichen Ende, im Russenviertel, bog ich in eine verlassene Seitenstraße ein. Dann rutschte mir das Herz in die Hose: Hinter einem Reisebus saßen zwei Vietnamesen, vielleicht Bauarbeiter, in der Hocke und durchsuchten eine Frauenhandtasche. Auf dem Boden daneben lagen ein glitzernder Haarreif, ein Smartphone, eine Geldbörse und diverse Schminkutensilien. Wahrscheinlich gestohlen. Niemand anderes war in Sichtweite. Ich ging zügig an den beiden vorbei und merkte, wie mich die beiden ansahen. Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Also ging ich einfach zielstrebig weiter und drehte mich ein paar Meter weiter um. Sie waren mir nicht gefolgt. Trotzdem hielt der Schock noch eine Weile an. Immerhin stört man nicht alle Tage Diebe bei der Arbeit.

Selbstverständlich gibt es auch in Nha Trang eine Markthalle, in der man
alles Mögliche bekommt: der Cho Dam

Hinter Nha Trang habe ich einen Haken gesetzt. Die zwei Tage, die ich für diese Stadt verwendet habe, hätte ich wesentlich besser in Hoi An investieren können.

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